Schenk mir ein Lächeln!

Ich liebe es, an einem sonnigen Tag, alleine, irgendwo in einer belebten City in einem Strassencafé unter einer schattigen Markise zu sitzen, einen Espresso zu trinken und den vorbeiflanierenden Menschen zuzuschauen.
Wunderbares Theater; Menschen in Aktion. Die „Schnellen“, mit drängenden Zielen, mit forschem Blick und weit ausladenden Schritten, die „Getriebenen“ mit kurzem Atem, schweren Schritten und rudernden Armen, die „Graziösen“ in teurem, feinem Stoff, hochaufgerichtet ihr Gang, elegant und geübt ihr Schritt, die „Verführerinnen“ mit trippelnden, tanzenden Schrittchen, in diesen Kleidchen, die den Körperformen so schmeichelnd folgen und so ab und an etwas grösszüger sind im Offenbaren als im Verhüllen, die „Künstler“ mit freiem Geist unter krausen Haaren, mit weitem Blick, manchmal einfach stehen bleibend im vorangleitenden Strom der Menschen, störend, aber sie nehmen es nicht wahr, weil ihr Kopf irgendwo so plötzlich ein Bild, ein Ton, eine Idee wahrgenommen hat.
Ich liebe es, so zu sitzen, gedankenverloren zu schauen und zu geniessen, und zuweilen und unverhofft trifft mich für ein Augenblickszwinkern so beim vorüber gehen ein Blick, ein Lächeln, eine Augenblicksliebe.